Arrgh

17.11.2005
04:04

Sitze an meinem PC, h?re die ?rzte. Nach einer Flasche Lambrusco und der letzten Folge von Dawsons Creek muss ich erst mal runterkommen ... Bef?rchte ja, dass es heute die finale Folge war ... also Ende der Serie... Shit ...
War mal wieder nahe an den Tr?nen ... die Serie ist so sch?n kitschig gemacht ...

Hach, und wieder die Erkenntnis, dass es mit einer Beziehung bei mir wohl auch in der Zukunft nichts werden wird .... *seufz*

Momentan habe ich mit den einfachsten sozialen Kontakten schon Probleme. Was hei?t hier soziale Kontakte ? abgesehen vom Einkaufen und der Therapie habe ich keinen Kontakt zu Menschen. Nichts und niemanden. Ich vergrabe mich in meiner Wohnung, schlafe von 8-16Uhr, besch?ftige mich mit meinen Ratten und schaue TV. Hey, ist das nicht ein Leben, um das man beneidet werden sollte?!
Verschlungen von der Einsamkeit, und doch suche ich sie. Paradox, aber es ist wirklich so. So sehr mich auch das Gef?hl von Einsamkeit qu?lt, der Gedanke an andere Menschen ist so ... so gepr?gt von .... von Angst und M?he. Und so sitze ich Abend um Abend in meiner vermaledeiten Wohnung und bin allein.

Immer wieder werde ich gefragt, wie ich es mache, dass ich nicht v?llig zusammenbreche. Jetzt und in der Vergangenheit. Tja, gute Frage. Eine wirklich befriedigende Antwort habe ich daf?r auch nicht. Ich w?rde es so ausdr?cken: Ich habe viel zu viel Angst vor den Abgr?nden, die in mir lauern m?gen, vor deren Tiefe ? und immer die Bef?rchtung, nicht wieder hoch zu kommen, wenn ich einmal falle ... Ich habe in den Klinikaufenthalten so viele Patienten gesehen, die nicht mal das kleinste Problem mehr alleine l?sen konnten, die alle Verantwortung im Grunde genommen auf ihre Therapeuten abgegeben haben. Und so m?chte ich nicht werden. Tja, und wenn ich merke, dass ich wieder kurz vorm Abgrund stehe ... dann bleibt mir nicht viel. Ich verbiete mir einfach den Absturz! Er darf eben einfach nicht sein. Es kommt vor, dass ich dann 36Stunden nur im Bett verbringe, weder auf Telefon noch Handy reagiere, im Selbstmitleid bade und Weltuntergangsgedanken habe. Auch Panikattacken geh?ren dazu. Wird es zu schlimm, spalte ich eben. Ich sorge daf?r, dass ich wenigstens den Alltag so weit hinbekomme, dass ich die bestehenden Probleme nicht noch verschlimmere. Wenn ich sie schon nicht l?sen kann ...

Momentan plagen mich tierische ?ngste. Nicht mal unbegr?ndete ?ngste. Seit einiger Zeit habe ich Probleme mit meinen Z?hnen. Besondern mit den Frontz?hnen. Sie tun weh oder kribbelten, obwohl sie kerngesund sind und man ihnen nichts ansieht. Das habe ich dann einfach ignoriert (waren ja weder L?cher, noch Entz?ndungen oder ?hnliches zu sehen), und seit drei Tagen jammert mein oberer rechter Schneidezahn rum. Sobald ich den Mund aufmache, tut er, als w?rde ich ihn ultrakalten Winden oder so aussetzen. Nicht schmerzhaft, aber ?u?erst unangenehm! Erst nahm ich es (mal wieder) nicht ernst, aber Mittwochabend wurde ich dann doch unruhig und habe eine Freundin (Zahnarzthelferin) von mir gefragt, was das sein k?nnte und ob ich unbedingt zum Zahnarzt m?sste. Tja, sie ist der Meinung, dass mein Nerv abstirbt. K?nnte eine Sp?tfolge der Bulimie sein. Oder Anlagebedingt. Als meine Mutter in meinem Alter war, war sie gerade mit mir schwanger. Und genau in der Zeit hat sie mehrere ihrer Z?hne verloren, weil sie einfach so abgestorben waren ...
Ich hab Angst!!! Wie sieht das denn aus???? Wenn der gro?e Schneidezahn tot ist und deswegen dunkel wird????!!!! SCHEI?EEEEEE!!!!!! F?r ein Zahnimplantat habe ich definitiv kein Geld!!! Und ich bin doch eh so geschlagen mit meinen Z?hnen, da mir die zweiten Schneidez?hne oben fehlen ? obwohl, wenn ich mir den Jochen Vogel anschaue, habe ich ja noch richtig Gl?ck mit dem Gendefekt gehabt .... *augenroll*

Manchmal frage ich mich, wof?r ich ?berhaupt aufstehe. Eigentlich wei? ich es nicht. Abgesehen davon, dass ich mich um meine Ratten k?mmern muss. Auch wenn einige mich fragten, warum ich ?berhaupt noch lebe, konnte ich darauf keine wirkliche Antwort geben. Ich wei? es nicht. Lediglich auf die Frage, warum ich mich nicht umbringe, kann ich eine klare Antwort geben. Ich habe Angst vorm Sterben und hasse den Gedanken, etwas verpassen zu k?nnen, und das Ganze gepaart mit etwas Hoffung ....

17.11.05 19:35, kommentieren

I don`t wanna wait for our lifes to be over

Es ist Donnerstag, 4:04Uhr.
Ich h?re ?I don?t wanna wait? von Paula Cole. Eben schaute ich ? wie jeden Morgen seit 2Wochen ? wieder Dawsons Creek. Ich wei?, es ist t?richt zu sagen, dass mein Herz das braucht und meine Seele sich danach sehnt, denn ich wei? sehr wohl, dass die Wahrheit der Liebe nie so ist wie in dieser Serie ... aber ich brauche sie momentan wirklich!
Sie weckt diesen Wunsch, in die Welt hinaus zu gehen und etwas zu wagen, was zwischenmenschliche Beziehungen angeht ... Sie weckt diese Sehnsucht, die ich kaum in Worte fassen kann. Es scheint die gleiche Sehnsucht zu sein, die mich hat weinen lassen, als ich das erste Mal ?You?re beautiful? von James Blunt h?rte ....
Ich hab es satt, immer allein zu sein ... und wenn ich Dawsons Creek als Ansporn brauche, dann brauche ich es ... auch wenn Sat1 so fies ist, dies erst um 3.10Uhr fr?h zu zeigen und leider bald wieder einstellt .. keine Ahnung, ob es die letzte Staffel ist ... jedenfalls kenne ich sie noch nicht ...
Ob man die Produzenten wohl verklagen k?nnte? Auf die ?bernahme der OP-Kosten, um die Lach- und Grinsfalten wieder zu entfernen?!

Gott, wie gerne w?rde ich auch nur einen kleinen Teil dessen erleben und f?hlen, was die Filmfiguren dort f?hlen .... nur einen kleinen Teil ....

Montag war der Vortrag ?ber Borderline- und mein Vater ist wirklich mitgekommen!!! Ich war dann doch ein wenig ?berrascht! Allerdings wei? ich nicht, ob der Vortrag etwas bewirkt hat. Ich habe versucht, auf der Heimfahrt mit meinem Vater dar?ber zu sprechen, aber so ganz ist das nicht gegl?ckt. Ich darf halt nicht zu viel verlangen. Wenn man bedenkt, wie wenig wir fr?her wirklich miteinander geredet haben, ist das so schon ein gro?er Fortschritt. Der Vortrag war ganz ok als ?Grundumri? der Borderline-Erkrankung, auch wenn mir das Thema Grenzen etwas zu wenig vorkam, wobei es sich alleine aus dem Namen ja eigentlich schon angeboten h?tte ... und ich habe in der Klinik und an mir einfach gesehen, wie wenig ein Bordi anderen Grenzen setzen und bei sich selbst eben solche wahrnehmen kann ...
Allerdings waren die zwei Tussen in der Reihe hinter mir mehr als nervig! Jeder Borderliner, der mal in einer Fachklinik war, kennt die Ausdr?cke wie ?Radikale Akzeptanz? oder S?tze wie ?Seien Sie achtsam, verwenden Sie Ihre Skills? ? aber muss man das immer kommentieren, wenn der vortragende Arzt vorne eben solches ausspricht?! Nein, ich glaube nicht! Und dann war da eine, die mich wirklich sauer gemacht hat. In der Diskussionsrunde ist sie die ganze Zeit auf dem Thema ?sexueller Missbrauch durch Verwandte? herumgeritten. Dass das gerade bei den Bordis h?ufig vorkommt und einer der Gr?nde f?r die Entstehung der St?rung ist, hat ja auch keiner angezweifelt. Als aber der Arzt erw?hnte, dass das nicht bei allen vorkommt und man auf Grund dessen als Therapeut bei der Fragestellung immer vorsichtig sein muss, damit keine falschen Erinnerungen hervorgerufen werden, wurde sie regelrecht aggressiv. H?tte mein Vater nicht neben mir gesessen, h?tte ich ihr freundlich, h?flich aber deutlich meine Meinung gesagt. Mein Vater hat mich nie anger?hrt und ich bin auch sonst von niemandem aus der Familie missbraucht worden, habe trotzdem aber ausgepr?gte Probleme mir der N?he. Und durch das ganze Gefrage und S?tze wie ?Da muss was passiert sein ... vielleicht hast Du es ja nur verdr?ngt? war ich total verunsichert worden ... es hat ganz sch?n gedauert, dort meine Sicherheit wiederzufinden, und ich hatte zwischenzeitlich auch das Gef?hl, ich h?tte gar nicht die Berechtigung, psychisch so krank zu sein ... Wegen Menschen, die die entweder-oder-Haltung haben und der Meinung sind, wir w?ren alle nur Verdr?nger .... das kommt auch vor, aber eben nur selten ...
Ach Mensch ...

17.11.05 19:34, kommentieren